Wir gratulieren Dr. Tamer Butto

Foto Peter Kiefer

Die Rhein-Main-Universitäten (RMU) haben zum zweiten Mal RMU Awards für herausragende Wissenschaftler der beteiligten Hochschulen (Goethe-Universität Frankfurt, Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Technische Universität Darmstadt) vergeben.

Mit dem von der Frankfurt Foundation Quality of Medicines (FFQM) initiierten und gesponserten „RMU Award for Pharmaceutical Research and Innovative Medical Therapies“ wurde Juniorprofessor Dr. Tamer Butto von der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) Mainz ausgezeichnet. Seine innovative Forschungsidee eröffnet neue Wege für die Diagnose von Ribosomopathien und hat das Potenzial, langfristig zu gezielteren Therapien beizutragen. Ribosomopathien sind seltene genetische Erkrankungen, die durch Defekte in der Ribosomenbiogenese verursacht werden.

Dr. Butto befasst sich in seinem Forschungsprojekt mit der Entwicklung einer neuen Diagnosestrategie für Ribosomopathien. Dabei kommt der NanoRibolyzer zum Einsatz, eines kürzlich von Tamer Butto entwickelten Workflows für die Long-Read-RNA-Sequenzierung. Der NanoRibolyzer erstellt hochauflösende Profile von Zwischenprodukten der prä-rRNA-Verarbeitung sowie von rRNA-Modifikationsmustern und ermöglicht so funktionelle molekulare Aussagen zu Defekten der Ribosomenbiogenese.

Das übergeordnete Ziel des Forschungsprojektes besteht darin, den NanoRibolyzer von einem Forschungsinstrument in eine translationale Plattform für die Diagnose von Ribosomopathien zu etablieren. Untersucht werden soll, wie krankheitsassoziierte Mutationen die Verarbeitung der prä-rRNA und die Modifikationsmuster der rRNA verändern und ob diese Veränderungen in robuste diagnostische Fingerabdrücke umgewandelt werden können. Dies eröffnet die Möglichkeit, therapeutische Zielstrukturen und patientenspezifische Behandlungsstrategien zu identifizieren.

Prof. Dr. Tanja Brühl, Präsidentin der TU Darmstadt und amtierende RMU-Sprecherin, stellte bei ihrer Begrüßungsrede fest, dass man bei dieser zweiten Preisverleihung der RMU Awards bereits von einer „kleinen Tradition“ des Universitätsverbundes sprechen könne. Die Freude über diesen Festakt sei zudem in diesem Jahr besonders groß, da er an den großen Erfolg bei der Exzellenzstrategie vor zwei Wochen anschließt. Der Hausherr der Goethe-Universität, Präsident Prof. Dr. Enrico Schleiff bedankt sich bei den Stiftungen, dass sie die RMU in den Bereichen Health und Society mit den beiden Awards großzügig fördern.

In seiner Laudatio für den Preisträger Dr. Butto hob Prof. Dr. Robert Tampé, Goethe-Universität Frankfurt, Institut für Biochemie, hervor: „He takes a fundamental biological mystery, develops a new technological lens through which to see it, and then asks whether that new view can ultimately help patients. From the molecular machinery of the ribosome to the needs of the patient – and, perhaps most importantly, from a young scientist with an idea to an independent scientist with a vision.“ Für Robert Tampé ist die Förderung junger Wissenschaftler zukunftsweisend: „And I cannot think of a more meaningful reason to support young investigators: because the future of science is built not only on the knowledge we already possess, but on the willingness to give the next generation the freedom to discover what we do not yet know.“ Was könnte die Intention der Stifter und die Förderziele der FFQM besser in Worte fassen?

Bei der Preisübergabe brachte Prof. Dr. Henning Blume, Vorstandsvorsitzender der FFQM, seine Freude darüber zum Ausdruck, dass mit dem diesjährigen Preisträger einem vielversprechenden Nachwuchswissenschaftler die verdiente Anerkennung und Sichtbarkeit zukomme, und dass die Stiftung mit dem Preis Tamer Butto bei der Umsetzung seiner Forschungsideen und dem Aufbau der eigenen Arbeitsgruppe unterstütze. Er sei angesichts seiner zukunftsweisenden Forschung und seinem Konzept für den Aufbau einer eignen Arbeitsgruppe ein würdiger Preisträger. Prof. Blume stellte außerdem heraus, dass es für die Stifter beeindruckend gewesen sei, dass Dr. Butto – wie auch die anderen Antragsteller – das ausgelobte Preisgeld nicht etwa zur persönlichen Verwendung, sondern als Anschubfinanzierung für das vorgestellte Forschungsprojekt eingeplant hätten.

Die Stifter der FFQM gratulieren beiden Preisträgern herzlich zur Auszeichnung durch den RMU Award.

Ein Saxofon-Ensemble der Frankfurter Uni begleitete die Preisverleihung musikalisch. Die Veranstaltung fand mit dem anschließenden Auftritt der Chöre der drei Universitäten einen stimmungsvollen Abschluss.

Die Stiftung vergibt den RMU Award for Pharmaceutical Research & Innovative Medical Therapies an herausragende Nachwuchswissenschaftler in deren früher Karrierephase. Der Preis honoriert kreative, zukunftsweisende Forschungsideen mit hohem wissenschaftlichem und therapeutischem Potenzial und ist mit 10.000 Euro dotiert.

Fotos Peter Kiefer

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