Aufklärung unbekannter Verunreinigungen in Arzneimitteln

Die Entdeckung und Identifizierung unerwarteter Verunreinigungen in Arzneimitteln sind in den letzten Jahren – vor allem seit Bekanntwerden des „Valsartan-Falls“ – in das Zentrum des öffentlichen Interesses gerückt. Daraufhin haben sich verschiedene Arbeitsgruppen die Aufgabe gestellt, intelligente Analysestrategien zu entwickeln, mit deren Hilfe solche unbekannten und vor allem auch unerwarteten Verunreinigungen aufgedeckt werden können. Die Forschungsaktivitäten auf diesem Gebiet sind daher bereits zu einem gewissen Schwerpunktsthema der Frankfurt Foundation Quality of Medicine (FFQM) geworden.

Auch bei dem von Frau Professor Dr. Ulrike Garscha, Institut für Pharmazie der Universität Greifswald, beantragten und im Rahmen von zwei Diplomarbeiten betreuten Förderprojektes „SFC-basierte Reinheitsmethodenentwicklung zur enantioselektiven Trennung von Mepromazin und Dapoxetin und deren Verunreinigungen“ steht die Detektion von bekannten und auch unbekannten Verunreinigungen im Mittelpunkt. Dabei sollen mittels SFC (Supercritical Fluid Chromatography) für die beiden chiralen Wirkstoffe neue, nach den einschlägigen Guidelines validierte Reinheitsmethoden entwickelt werden.

Die SFC bietet eine Reihe an Vorteilen gegenüber der HPLC insbesondere für die Analyse von lipophilen und chiralen Verbindungen. So kann z.B. eine verbesserte Auflösung erreicht werden bei gleichzeitig kürzeren Analysezeiten sowie einem breiten Anwendungsbereich. Hinzu kommen Umweltfreundlichkeit und erleichterte Kompatibilität mit der Massenspektrometrie. Im Rahmen von bereits durchgeführten Vorarbeiten konnte an Beispielen eine verbesserte Auflösung der Enantiomere sowie eine zeitgleiche Erfassung von verwandten bekannten und unbekannten Substanzen im Vergleich zu publizierten HPLC- bzw. Kapillarelekrophorese-Methoden bestätigt werden. Durch Kopplung der SFC an einen Massendetektor soll außerdem versucht werden, die unbekannten Verunreinigungen zu identifizieren.

Ziel des Förderungsprojektes ist es, die verbesserte und validierte, SFC-basierte Reinheitsmethode auf am Markt befindliche Fertigarzneimittel anzuwenden. Die Entwicklung optimierter Reinheitsmethoden für chirale Wirkstoffe ist von großer Praxisrelevanz, da auf diese Weise die Arzneimittelqualität verbessert werden kann.

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